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Geheimsache Rosa Luxemburg

Save the date: Weltfrauentag 2017

Rosa Luxemburg (1871 – 1919) ist eine Politikerin, die fordert, handelt, polarisiert. Die bedeutende Kämpferin und Theoretikerin der europäischen Arbeiterbewegung fasziniert durch ihre unerschütterliche politische Haltung. In einer Zeit, in der Frauen noch kein Wahlrecht haben, wird sie zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der internationalen Sozialdemokratie. Sie gilt auch als fehlerhaft, als Abtrünnige und Aufhetzerin, als Revolutionärin, die die Profitgier des Kapitalismus und die Demokratiefeindlichkeit des Kommunismus anprangert.

 

Wann?  Dienstag, 7. März 2017, 19:00 bis ca. 20:30 Uhr
Wo?       Universität Innsbruck, Aula im Hauptgebäude, Innrain 52, 1. Stock

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Fotos:
Portraittheater © Reinhard Werner


Aus Anlass des 106.  Internationalen Frauentages – am 8. März 2017 – wird dieses Stück als Kooperation und gemeinsame Veranstaltung der
Koordinationsstelle für Gleichstellung, Frauenförderung und Geschlechterforschung mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies an der LFU sowie den Arbeitskreisen für Gleichbehandlungsfragen an der Medizinischen Universität und der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck
aufgeführt.

Zitate
Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.

Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

Am 5. März 1871 wird Rosa Luxemburg in Zamosc in Russisch-Polen geboren. Bereits als Schülerin engagiert sie sich in illegalen politischen Zirkeln. 1889 emigriert sie nach Zürich, wo sie 1897 in Staats- und Wirtschaftswissenschaften promoviert. Hier lernt sie den polnisch-litauischen Aktivisten Leo Jogiches kennen, der viele Jahre ihr beruflicher und privater Partner bleibt.
Durch eine Scheinehe erlangt sie die deutsche Staatsbürgerschaft und zieht 1898 nach Berlin. Sie wird Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Nach ersten Erfolgen als Rednerin bei Wahlkampfveranstaltungen und Parteitagen wird sie rasch zu einer der bekanntesten politischen Persönlichkeiten.
1912 schreibt sie „Die Akkumulation des Kapitals“, eines ihrer Hauptwerke, in denen sie die Theorien von Marx und Engels weiterführt. In Reden und Publikationen greift sie den deutschen Militarismus und Imperialismus an. 1913 ruft sie bei einer Kundgebung zur Kriegsdienstverweigerung auf und wird deshalb zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Wegen der Zustimmung der SPD zu den Krediten zur Finanzierung von Kriegsmaterialien, beginnt sie sich von der Partei abzuwenden. 1916 kommt sie in sogenannte "Sicherheitsverwahrung". Während der deutschen Novemberrevolution am Ende des Ersten Weltkriegs wird sie aus der Haft entlassen. Sie arbeitet mit Karl Liebknecht, Franz Mehring und Clara Zetkin als Redakteurin bei der "Roten Fahne", der Zeitung des Spartakusbunds und unterstützt die Revolution. Zum Jahreswechsel 1918/19 gründen sie die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).
Am 15. Januar werden sie und Karl Liebknecht von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützendivision ins Hotel Eden gebracht und ermordet. Rosas Leiche wird in den Landwehrkanal geworfen, am 31. Mai wird sie gefunden. Im Mordprozess werden die meisten Tatbeteiligten frei gesprochen oder zu geringen Strafen verurteilt.

 

Zum Theaterstück

Rosa Luxemburg – viele Menschen kennen nur ihren Namen. Von manchen wird sie verherrlicht, von anderen verdammt. Doch was hat diese Frau tatsächlich gedacht und gemacht?
Das Leben und Wirken der polnisch-deutschen Politikerin und Theoretikerin der europäischen Arbeiterbewegung Rosa Luxemburg (1871–1919) hat auch heute nichts an Faszination verloren. In dem Stück legt das portraittheater in 90 Minuten das Denken dieser Vordenkerin der Sozialdemokratie mit all seinen Dualitäten und Ambivalenzen offen und stellt über die Themen Pazifismus, Kapitalismus und Arbeitswelt einen Bezug zur Gegenwart her.

In der Regie von Sandra Schüddekopf lassen Anita Zieher (Schauspiel) und Ingrid Oberkanins (Percussions) ein komplexes Bild der bedeutenden und umstrittenen Frau entstehen. Ihr Kampf für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter, das unbedingte Einstehen für ihre Ansichten, waren einzigartig in der Geschichte. Ihre Briefe aus dem Gefängnis zeugen von einer unerschütterlich optimistischen Einstellung. Ihre Reden gelten als brillante Glanzstücke der Rhetorik. Gleichzeitig galt sie aber auch als Abtrünnige, als Kommunistin und Aufhetzerin.

Mit Rosa Luxemburg bringt das portraittheater eine außergewöhnliche Frau in der Politik auf die Bühne und macht ihr Schaffen für das Publikum erlebbar. Bereits seit 2006 widmet sich der Verein portraittheater dem Leben großer Frauen wie Marie Curie oder Bertha von Suttner und rückt die Bedeutung und das Wirken dieser berühmten Persönlichkeiten in den Mittelpunkt.

Eine Koproduktion von portraittheater mit AK Kultur – Wien und Theater Drachengasse

Mehr Information unter Portraittheater